Klärendes Gespräch mit dem Gewerbe- und VerkehrsvereinZeitweilige Differenzen zwischen Politik und Verwaltung auf der einen Seite und dem Huder Gewerbe- und Verkehrsverein auf der anderen Seite, konnten in einer klärenden Gesprächsrunde mit allen Fraktionen, der Verwaltung und dem Vereinsvorstand ausgeräumt bzw. auf Meinungsverschiedenheiten in der Sache zurückgeführt werden. Ein umstrittener Punkt bleibt die zukünftige Nutzung des Geländes der ehemaligen Verzinkerei am Ortseingang in Hude-Süd. Die Kreusel-Fraktion spricht sich weiterhin dafür aus, dort ein innovatives Gewerbeareal mit einem neuen Verbrauchermarkt für Hude-Süd zu schaffen. Gleichzeitig drängt die Kreusel-Fraktion darauf, schnellstmöglich eine Lösung für die brachliegenden Flächen von "Wienerberger" und "Betonwerk Hude" zu schaffen. In diesem Zusammenhang erinnert die Kreusel-Fraktion an ihre Ratsanträge vom Dezember 2002, die eine "schnellstmögliche Wiederbelebung" als ortsnahe Gewerbeflächen vorsahen. Auch der Huder Gewerbe- und Verkehrsverein hat Anteil am Stillstand! Deutliche Kritik der Kreusel - Fraktion am Pauschalvorstoß für Personalabbau
Den in der Presse veröffentlichten Vorwürfen des Gewerbe- und Verkehrsvereins kann die Kreusel - Fraktion im Rat der Gemeinde Hude nur bedingt zustimmen: "Sicherlich gibt es Vorhaben, die durch Ausschuss- oder Ratsbeschlüsse verzögert werden. Und sicherlich gibt es auch Projekte, die seitens der Verwaltung mit mehr Nachdruck bearbeitet werden müssen. Aber der Gewerbe- und Verkehrsverein sollte in seiner Öffentlichkeitsarbeit nicht so tun, als ob er am derzeitigen Stillstand in der Gemeinde überhaupt keinen Anteil hat", so die Kreusel - Brüder. Als konkrete Beispiel nennen Jörg und Matthias Kreusel das seit Jahren brachliegende Verzinkerei - Gelände: "Insbesondere der Huder Gewerbe- und Verkehrsverein hat bislang die Schaffung eines umweltverträglichen und innovativen Gewerbeareals am dortigen Standort abgelehnt. Insofern sollte der Gewerbe- und Verkehrsverein auch selbstkritisch seine eigenen Positionen überdenken", meint die Kreusel - Fraktion im Rat der Gemeinde Hude. Deutlich kritisiert die Kreusel - Fraktion ferner den Vorschlag des stellv. Vereinsvorsitzenden Andreas Otte, pauschal "eine Reduzierung der Verwaltungskosten um zehn Prozent" vorzunehmen: Dieser Pauschalvorstoß von Herrn Otte würde Personalabbau pur bedeuten, ohne zu wissen, wie es dann weitergeht. Herr Otte muss schon genauer benennen, wo er 10 % einsparen will!, meinen die Ratsmitglieder Jörg und Matthias Kreusel (Kreusel - Fraktion). Abschließend wird angemerkt, dass man vom Brief des neugewählten Vorstands des Gewerbe- und Verkehrsvereins an alle Huder Ratsfraktionen leider erst aus der Presse erfahren habe: "Statt gegeneinander zu arbeiten, sollte sich alle Beteiligten an einen Tisch setzen und gemeinsam nach Lösungen suchen, die bei der derzeitigen Finanzsituation der Gemeinde Hude auch umsetzbar sind", meint die Kreusel - Fraktion. Wirtschaftsausschuss am 5.3.2003, Rede von Matthias Kreusel zum TOP Einzelhandelsentwicklungskonzept Sehr geehrte Damen und Herren, alle Fraktionsvorsitzenden haben Mitte Februar das sogenannte "moderierte Einzelhandelsentwicklungskonzept" in der Endfassung erhalten, damit es als "Handlungsrahmen" beschlossen werden kann. Die Kreusel-Fraktion wird dem sogenannten "Entwicklungskonzept" nicht zustimmen. Im Gegenteil: Wir lehnen es als "Handlungsrahmen" für die Gemeinde Hude ab. Für weite Teile der Gemeinde Hude ist es kein Entwicklungskonzept, sondern ein Verhinderungskonzept - insbesondere für den Bereich Hude-Süd. Eine ausreichende Moderation hat nicht stattgefunden. Die Huder Verbraucherinnen und Verbraucher wurden bei der Erstellung zuwenig einbezogen. Im Einzelnen: Aufgrund eines eher allgemeinen Ratsbeschlusses hat die Gemeindeverwaltung einen konkreten Auftrag an Frau Staiger erteilt. Und der Ratsbeschluss vom 13.06.2002 ist auch heute noch richtig. Allerdings sollte ein moderiertes Einzelhandelsentwicklungskonzept für die ganze Gemeinde Hude erstellt werden. Betonung liegt auf "moderiert" und auf "ganze Gemeinde". Ein schwerwiegender handwerklicher Fehler bei der sogenannten Moderation ist geschehen, als bei der Auftragsvergabe festgelegt wurde, dass lediglich auf den bestehenden Arbeitskreis Ortsmarketing zurückgegriffen werden sollte Es sollte sich nämlich bei der Einbeziehung der Verbraucherumfrage in die Schlussempfehlung zeigen, dass der Arbeitskreis Ortsmarketing zu einseitig besetzt ist: Nämlich mit Gewerbe- und Verkehrsverein, just, Werbegemeinschaft & Touristik-Palette. Also überwiegend aus Geschäftsleuten der Parkstraße, sozusagen nur eine einzige Interessengruppe. Dabei soll ein "moderiertes" Konzept doch gerade möglichst viele Interessengruppen berücksichtigen, um einseitige Handlungsempfehlungen, die ausschließlich einen kleinen Teilbereich der Parkstraße berücksichtigen, zu vermeiden. Aber dies ist nicht geschehen. Unsere Seniorenvertretung, unsere Behindertenvertretung oder auch gut informierte Verbraucherverbände wurden in die Moderation nicht miteinbezogen von Müttern mit Kindern ganz zu schweigen. Stattdessen trafen sich zur Moderation überwiegend Herren einer Berufsgruppe und zwar mit einem Ziel: Gewinnmaximierung. Gewinnmaximierung ist in einer Markwirtschaft auch nichts schlechtes. Im Gegenteil: Von unternehmerischen Engagement lebt unsere einheimische Wirtschaft. Aber bitte nicht einseitig auf Kosten der Verbraucher und bitte nicht einseitig auf Kosten von Hude-Süd. Nachdem in der Wirtschaftsausschusssitzung im November wesentliche Eckdaten des Konzepts bekannt wurden, formierte sich - insbesondere in Hude-Süd ein basisdemokratischer Bürgerprotest. Innerhalb weniger Wochen sammelte der VdK-Ortsverband Hude 1111 Unterschriften für einen neuen Verbrauchermarkt in Hude-Süd als Ersatz für die Schließung des dortigen "Eurosparmarktes". In der Ratssitzung am 19.12.2002 wurden an Herrn Bürgermeister Axel Jahnz die 1111 Unterschriften der Bürgerinnen und Bürger übergeben. Und welche Konsequenz zog der hauptamtliche Verwaltungschef: Keine einzige! Weiter so, heißt die Devise im Rathaus! Wahrscheinlich sollen nach dem Weggang von "Plus" (2001) und von "Eurospar" (2002) noch weitere Verbrauchermärkte den Ort verlassen bzw. keine geeignete Fläche für eine Ansiedlung finden. Wie sonst ist zu erklären, dass ein solches Verhinderungskonzept, insbesondere für Hude-Süd, heute offiziell als "Handlungsrahmen" der Gemeinde Hude beschlossen werden soll. Die Forderung der VdK-Unterschriftensammlung nach einem neuen Verbrauchermarkt in Hude-Süd wird überhaupt nicht berücksichtigt und ist auch nicht nachträglich in das Konzept aufgenommen worden. Es reicht nämlich nicht aus, ggf. eine Fläche in Hude-Süd zu berücksichtigen, wenn alles andere nicht geklappt. Auf jeden Fall muss die Nachrangigkeit von Hude-Süd raus, ersatzlos raus! Die Entwicklung von Hude-Süd und von Hude-Nord muss gleichberechtigt und gleichrangig erfolgen. Hude-Süd darf nicht abgehängt werden. Doch es wird der einmal eingeschlagene 0erwaltungsweg fortgesetzt und dies bedeutet - ganz klar: Verlierer sind wieder einmal die Verbraucher in Hude-Süd. Ferner ist eine ausschließliche Fixierung des Einzelhandels auf einen kleinen Teilbereich der Parkstraße weder verkehrlich wünschenswert noch verbraucherfreundlich! Konkret lehnt die Kreusel-Fraktion folgende Eckpunkte des Konzeptes ab: - Ausschließliche Fixierung des Einzelhandels auf einen kleinen Teilbereich der Parkstraße, da dies weite Teile der Gemeinde Hude von der Entwicklung abhängt, wo sollen in der Parkstraße für 2 oder 3 neue Verbrauchermärkte -wie vorgesehen- Platz sein. Nur das Wenke-Areal als Fläche ist wohl für die Ansiedlung von drei Märkten zu wenig. - Empfehlung nach Verlagerung des Aldi-Marktes auf das "Wenke-Areal" (Parkstraße), da dies für die übrigen Geschäfte am Hermann-Löns-Weg ein herber Schlag wäre, - Absage zu einer Verbrauchermarktansiedlung auf dem ehemaligen Verzinkerei-Gelände, da dies auf Jahre zu einem brachliegenden Verzinkerei-Gelände führt und Kaufkraft nach Bookholzberg abwandert. Dies ist bereits heute Realität in Hude. Stattdessen fordert die Kreusel-Fraktion folgendes aufzunehmen: - Ansiedlung eines Verbrauchermarktes auf dem ehemaligen Verzinkerei-Gelände als Ersatz für die Schließung des Eurospar-Marktes in Hude-Süd. Ziel ist es auf dem Verzinkerei-Gelände ein umweltverträgliches und innovatives Gewerbeareal mit Lebensmittel-, Baustoff-, Möbel-, Textilmärkten sowie einem Schuhgeschäft zu ermöglichen. Dafür ist ein Frequenzbringer notwendig, dies schafft Arbeitsplätze - auch für junge Menschen, - Stärkere Berücksichtigung der Interessen von Verbrauchern, insbesondere von Senioren, Behinderten und Müttern mit Kindern, in ihrem Sinne ist eine möglichst fussläufige Versorgung anzustreben, und bis 2010 wird Hude über 16000 Einwohner kommen. Bereits im August 2002 hatten wir 15500 Einwohner. - Erweiterung des Arbeitskreises "Ortsmarketing" um Vertreter aus Behinderten - und Seniorenvertretung sowie von Verbraucherverbänden, da dieser Arbeitskreis zur Zeit zu einseitig besetzt ist. Sollte eine Erweiterung des Arbeitskreises nicht erwünscht sein, können wir den Arbeitskreis m.E. ganz auflösen, da eine Moderation von Interessen in diesem Gremium dann nicht erfolgt. Abschließen möchte ich unsere ablehnende Haltung noch mit einer Aussage von Herrn Rohmann belegen: Herr Rohmann war Geschäftsführer des Kommunalverbandes Niedersachsen / Bremen und war im Januar 2000 als Referent von der Gemeinde Hude zum Thema Handelsentwicklung eingeladen (Presseartikel vom 14.01.00, NWZ). Dort schreibt er der Gemeinde Hude folgendes ins Stammbuch: Eine Kommune könne mittels der Bauleitplanung den Händlern nicht alle Sorgen abnehmen und (Zitat): "schon gar nicht die Konkurrenz vom Leibe halten". Daher: Bekennen wir uns zu Wettbewerb und zu Verbraucherfreundlichkeit und lehnen ein Verhinderungskonzept für den Einzelhandel in Hude ab. |